Der Tonarm – ein unterschätztes Bestandteil des Plattenspielers

Es gibt beim Plattenspieler viele wichtige Teile: Angefangen vom Tonabnehmer, der die Signale umwandelt, über die Nadel, welche in Kontakt mit der Schallplatte kommt, bis hin zum Verstärker.

In Wahrheit ist jedes Bestandteil des Plattenspielers enorm am Entstehen des Tons beteiligt. Wie wichtig manche Einzelteile wirklich sind, fällt einem oft nur nicht sofort auf. So ist das zum Beispiel beim Tonarm.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Was eigentlich die Aufgabe des Tonarms ist
  • Weshalb ein Radialtonarm häufiger eingesetzt wird, als ein Tangentialtonarm
  • Wobei du beim Einstellen des Tonarms achten musst

Was ist die Aufgabe des Tonarms?

Ohne Tonarm funktioniert eigentlich gar nichts! Dabei versteckt sich gerade hier häufig eine wahre Meisterleistung der Konstruktion: So sollte ein guter Tonarm leichtläufig und gut geschliffen sein, dabei aber selber nicht zu viel Gewicht aufweisen.

Ganz kurz gesagt: Der Tonarm unterstützt den Tonabnehmer dabei, die Rillen der Schallplatte nach innen zu verfolgen. Und das am besten in einer möglichst wenig abnutzenden Art und Weise.

Dabei hat der Tonarm drei entscheidende Aufgaben zu bewältigen. Er soll

  • den Tonabnehmer mit der Nadel in der korrekten Position (das betrifft Höhe und Winkel) halten
  • das korrekte Gewicht auf die Nadel auftragen und mittels der Antiskating Einstellung dafür sorgen, dass der Tonabnehmer nicht in Richtung der Innenseite der Rille gleitet.
  • Schlussendlich beinhaltet der Tonarm die Verkabelung, die dafür sorgt, dass sich die Toninformationen über den Wandler zum Rest des Systems übertragen lassen.

Es ist nicht weiter verwunderlich, dass wir heute im Fachhandel eine große Vielfalt an Tonarmen vorfinden. Trotzdem sind viele Vinyl-Einsteiger erst mal erstaunt, wenn sie sich das Inventar mancher Hersteller anschauen: Im High End Bereich liegt der Preis eines Tonarms (ganz ohne Plattenspieler und Zugaben) schon mal im vierstelligen Bereich.

Warum die Qualität des Tonarms so wichtig ist

Die Signale haben einen langen Weg vor sich, bevor sie aus der Rille der Schallplatte gelockt, an diverse Verstärker übertragen, schließlich an unserem Ohr ankommen.

Gerade deshalb zählt beim Setup deines Soundsystems inklusive Plattenspieler, Vorverstärker, Lautsprecher usw. jedes noch so kleine Teil – auch der Tonarm trägt zur Entstehung eines guten Tons bei.

Warum das so ist? Die Signale, die der Tonabnehmer produziert sind sehr gering. Deshalb werden sie auch vom Tonarm indirekt beeinflusst.

Das erhöht die Ansprüche enorm! Ein guter Tonarm sollte:

  • korrekt ausbalanciert sein,
  • aus einem harten Material bestehen,
  • dabei aber auch gleichzeitig leichtläufig und flexibel sein.
Tipp

Jede Vibration macht sich als akustische Störung im Audiosignal bemerkbar.

Welche Arten des Tonarms gibt es?

Tonarme unterschieden sich heute nicht nur hinsichtlich des Designs oder der eingesetzten Materialien, sondern auch bei der Bauart. Dabei werden heute vor allem zwei Arten von Tonarmen hergestellt. Die übliche Bauart ist dabei der Radialtonarm.

1. Radialtonarm

Bei den meisten modernen Plattenspielern findet sich ein Radialtonarm verbaut. Dieser ist um einen Punkt drehbar gelagert und steht damit nicht parallel zum Plattenteller.

Die Auflagekraft ist eine wichtige Einstellung des Tonarms.

Vor- und Nachteile des Radialtonarms

Beim Radialtonarm verändert sich der Spurwinkel von der äußeren bis zur inneren Rille. Je nach Position des Tonabnehmers auf der Platte entstehen dadurch unterschiedlich starke Verzerrungen.

Größter Vorteil des Radialtonarms ist im Gegensatz dazu natürlich der günstige Preis.

2. Tangentialtonarm

Der Tangentialarm findet sich seltener am Plattenspieler als der Radialtonarm. Hier bewegt sich der Tonarm parallel zum Radius des Plattentellers. Damit lassen sich zwar einige Nachteile des Radialtonarms verhindern (z.B. Abtastfehler), dafür gestaltet sich der Tangentialtonarm aber auch technisch aufwendiger.

Der Tangentialtonarm ist um einiges aufwändiger, als ein normaler Tonarm.
Der Tangentialtonarm ist um einiges aufwendiger, als ein normaler Tonarm.

Vor- bzw. Nachteile des Tangentialtonarms

Wie bereits erwähnt ist der größte Vorteil die veränderte Anordnung. Der Tonarm wird auf einem Schlitten in linearer Richtung mit bewegt. Somit steht die Nadel immer tangential zur Rille, was weniger Verzerrungen verursacht.

Ein großer Nachteil ist die aufwendige Konstruktion, die ein Tangentialtonarm mit sich bringt. Kaum verwunderlich also, dass diese Tonarme eher nur im High-End-Bereich vorkommen und somit auch sehr teuer sind.

Tonarm einstellen

Ganz abgesehen vom Tonarm selber, geht es natürlich auch ganz stark darum, den Tonarm richtig einzustellen und Justierungen vorzunehmen. Über das richtige Einstellen des Plattenspielers haben wir übrigens auch einen ganzen Ratgeber verfasst.

Um den besten Sound aus deinem Plattenspieler zu locken, solltest du auch auf die korrekten Einstellungen achten. Was dies dabei ganz genau betrifft:

  • Gegengewicht einstellen
  • Auflagekraft der Nadel anpassen
  • Antiskating Einstellungen vornehmen

Je nachdem welchen Plattenspieler du besitzt, lassen sich mehr oder weniger Einstellungen manuell vornehmen.

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