Antriebstypen von Plattenspielern

Wer einen Plattenspieler kaufen möchte, sollte sich unbedingt über die Grundlagen der unterschiedlichen Antriebsarten informieren. Diese beeinflussen nämlich sowohl die musikalische Wiedergabequalität, als auch die Haltbarkeit des Phonogeräts.


Im nächsten Artikel unseres Ratgebers zum Plattenspieler Kauf möchten wir euch die unterschiedlichen Antriebsarten dieser Geräte näher bringen. Da die technischen Aspekte dabei nicht so wichtig sind, werdet ihr im ersten Teil dieses Beitrags erfahren wer welche Antriebsart wählen sollte und warum dies so ist.

Im zweiten Abschnitt finden all jene unter euch, die genauere Details zu diesem Thema interessant finden, weitere Informationen zu den unterschiedlichen Systemen.

Welche Antriebsart für welchen Zweck?

Die zwei Hauptantriebsarten von Plattenspielern sind heutzutage zum einen der Riemenantrieb und zum anderen der Direktantrieb. Viele Liebhaber ziehen den Riemenantrieb vor.

Der Reibradantrieb
Der Reibrad-Antrieb fristet heutzutage ein Nischendasein

Ein Grund dafür liegt darin, dass durch die Isolation des Motors auch die Vibrationen, die von diesem ausgehen, von der Platte ferngehalten werden. Die Wiedergabequalität wird daher nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Dj’s hingegen bevorzugen den Direktantrieb da hier kein Riemen herunterfallen oder ausleiern kann – Störgeräusche sind dann aber unter Umständen hörbar!

Prinzipiell kann unserer Meinung nach allerdings auch in Sachen Wiedergabequalität nicht wirklich gesagt werden, dass der Riemenantrieb besser ist. Besonders im Preisbereich jenseits der 1000€ sind die Hersteller nämlich durchaus in der Lage, auch beim Direktantrieb die Vibrationen zu verhindern. Bei Low-Budget-Phonogeräten würden wir allerdings zum Riemenantrieb greifen.

Geschichtliches und ein kleiner Überblick über die Antriebsarten

Die ersten Phonograph Designs wurden von Federaufzug Mechanismen betrieben und waren immer schon auf Drehzahlregler angewiesen. Mit der Erhöhung der Geschwindigkeit brauchte die Zentrifugalkraft zur Bremse oft ein Filzunterlage, was die Rotation verlangsamen sollte. Elektronisch betriebene Plattenspieler, deren Rotationsgeschwindigkeit von anderen Mitteln betrieben wurde, sorgten dafür, dass ihre mechanischen Gegenspieler abgelöst wurden.

Bis 1970 war der Reibradantrieb dennoch die häufigste Antriebsart für Plattenspieler, ausgenommen bei manchen High-End Modellen.

Reibradantrieb

Ältere Designs benutzten ein gummibezogenges Zahnrad als Antriebssystem. Die Drehung der Hauptwelle des Motors wird durch dieses Rad auf den Teller des Plattenspielers übertragen. Jedoch sorgte die relativ starke Abnutzung und Zersetzung des Rads, als auch das direkt mechanische Kuppeln an einen vibrierenden Motor zu einem Niederfrequenzrauschen (auch „Rumpeln“ genannt) sowie Geschwindigkeitsänderungen im Ton.

Diese Art des Antriebs wird bei neuen Plattenspielern so gut wie gar nicht mehr verwendet, obwohl immer noch einige Menschen von den klanglichen Vorzügen dieses Antriebs überzeugt sind. Ob der Reibradantrieb wirklich besser klingt, bleibt ungeklärt, ein Vorteil dieser Bauart ist aber das relativ schnelle Hochdrehen des Tellers.

Riemenantrieb

Der Riemenantrieb
Beim Riemenantrieb werden die Vibrationen des Motors absorbiert

Der Motor ist isoliert von der Platte, jedoch mittels eines Riemens verbunden. Der Riemen überträgt die Drehung der Motorachse auf den Plattenteller. Diese Antriebsart brachte, im Vergleich zum Reibradantrieb, vor allem eine besser Isolation der Platte vom Motor mit sich. Dadurch konnte auch der Motorlärm reduziert werden. Außerdem erlaubt das Design des Riemenantriebs den Einsatz von weniger teuren Motoren als der Direktantrieb.

Der elastomere Riemen absorbiert Motorvibrationen und Lärm, welcher ansonsten von der Nadel aufgenommen werden würde. Außerdem verhindert er das „cogging“ (Flattern) und das Auftreten von Geschwindigkeitsveränderungen. Dennoch gibt es auch einige Komplikationen mit dem Riemen. Mit der Zeit kann er nämlich an Elastizität verlieren und abrutschen. Auch haben Plattenspieler mit Riemenantrieb einen niedrigeren Drehmoment.

Direktantrieb

Hier ist der Motor des Plattenspielers direkt mit der Platte verbunden, ohne irgendwelche Räder oder Riemen dazwischen zu schalten. Der Motor treibt die Plattentellerachse direkt an. Die Änderung der Plattentellerdrehzahl wird direkt über die Drehzahländerung des Motors erreicht.

Durch diese direkte Verbindung kann es zur Übertragung von Vibrationen des Motors auf die Platte kommen. Jedoch ist der Drehmoment bei dieser Antriebsart sehr hoch. D.h. dass die Platte schneller auf die benötigte Geschwindigkeit beschleunigt und weniger Verzerrung hörbar ist.

Das war’s auch schon mit unserem Überblick über die Antriebsarten und somit auch mit unseren Artikeln zu den Grundlagen der Plattenspieler. Wer die letzten 3 Artikel dieses Guides gelesen hat, kennt sich gut genug aus, um sich selber ein Gerät auszusuchen.

In den nächsten Artikeln möchten wir allerdings noch ein paar Worte zum Zubehör und zu den Features die ein Plattenspieler unserer Meinung nach unbedingt haben sollte verlieren. Anschließend findet ihr dann noch unsere Empfehlungen.

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Veröffentlicht von Georg - HiFi-Experte auf 33einDrittel.com

Georg ist der Audio Experte auf 33einDrittel. Während seines Informatik Studiums arbeitete er in einem Hi-Fi-Fachgeschäft und konnte sich dadurch jede Menge Fachwissen zum Thema Plattenspieler aneignen.

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